Entwicklung

Sind vorgefertigte WordPress-Vorlagen (Templates o. Themes genannt) eine gute und günstige Alternative zur Individualentwicklung? Wir sagen es Ihnen.

ThemeForest Templates oder Eigenentwicklung?

Das Content Management System WordPress erfreut sich aus vielen Gründen großer Beliebtheit. Es ist mit 62% Marktanteil aktuell der Marktführer unter den CM-Systemen, leicht zu bedienen und es steht eine Vielzahl von Plugins und vorgefertigten Themes zur Auswahl. Die universellen Themes (auch Templates genannt) sind oft nur für die Websitebetreiber, die eine private Website betreiben möchten, das Mittel der Wahl. Doch wie schaut das im professionellen Bereich aus?

Unnötig aufgeblähter Quellcode verlängert die Ladezeiten

Google stellt bei den Rankingkriterien den Nutzerkomfort immer mehr in den Vordergrund. An diesem Trend wird sich auch so schnell nichts ändern. Das Gegenteil ist der Fall. Aktuell sendet Google eindeutige Signale, dass die Fokussierung auf die Erfüllung der steigenden Ansprüche der Nutzer weiter verschärft wird. Der mit Abstand wichtigste Indikator beim Nutzerkomfort ist die bei einer Website verzeichnete Ladezeit. Hier steht seit einiger Zeit vor allem die Ladezeit beim Abruf von mobilen Endgeräten im Mittelpunkt.

Genau an dieser Stelle haben vorgefertigte Themes oft einen Nachteil. Um sämtliche vom Betreiber und den Nutzern der Seite gewünschten Funktionen bereitstellen zu können, werden zusätzliche Plugins eingesetzt. Viele Plugins stellen aufgrund einer hochgradigen Spezialisierung nur einzelne oder eine sehr geringe Anzahl von Funktionen zur Verfügung. Das heißt, dass bei einer funktionsreichen Website eine Vielzahl von Plugins benötigt wird. Es werden oft sogar für einzelne Funktionen mehrere Plugins benötigt, weil sie aufeinander aufbauen. Daraus ergeben sich folgende Nachteile:

  • Der Umfang des Quellcodes wächst erheblich
  • Die Ladezeit verlängert sich spürbar
  • Dadurch erhöht sich die Absprungrate
  • Die Website rutscht beim Ranking in den Suchergebnissen ab

Plugins für universelle Themes bergen rechtliche Risiken

Doch noch einige andere Fakten sollten an dieser Stelle nicht unterschätzt werden. Oft lässt sich nicht genau kontrollieren, welche Daten von den Plugins wohin übermittelt werden. Das heißt, der Anwender kann sich nicht sicher sein, ob er damit gegen die für seine Website geltenden gesetzlichen Regelungen verstößt. Ein sehr aktuelles Beispiel ist das Security-Plugin WordFence. Die Anwendung auf die in Deutschland gehosteten Websites wurde erst im Mai 2017 durch das vom Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen VI ZR 135/13 gefällte Urteil zur Speicherung von IP-Adressen legal. Wer es zuvor nutzte, verstieß gegen das Telemediengesetz und die EG-Datenschutz-Richtlinie. Einen Hinweis darauf gab es von Seiten der Urheber von WordFence nicht.

Bei gekauften Universal-Templates bestehen nicht kalkulierbare Sicherheitsrisiken

Sowohl in den Themes als auch den Plugins können Sicherheitslücken enthalten sein, welche potentiellen Hackern Tür und Tor öffnen. Das kann für den Betreiber der Website erhebliche Schadenersatzforderungen nach sich ziehen, die sich allgemein aus dem Paragrafen 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ergeben. Die Verwendung von sicherheitskritischen Modulen auf einer Website erfüllt oft den Tatbestand der Fahrlässigkeit. Hier muss auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass viele Templates und Plugins nur über einen kurzen Zeitraum hinweg gepflegt werden. Das heißt, Sicherheitslücken, die nachträglich bekannt werden, können durch Updates nicht geschlossen werden. Wer solche Sicherheitslücken schließen möchte, kommt also um einen Komplettwechsel der verwendeten Themes und Erweiterungen nicht herum. Das wiederum ist mit einem erheblichen (und zu diesem Zeitpunkt unerwarteten) Aufwand verbunden.

Kompatibilität von Themes und Plugins ist eingeschränkt

Bei einem kompletten Theme-Wechsel werden die Betreiber der Websites häufig mit einem weiteren Problem konfrontiert. Es besteht in der fehlenden Kompatibilität der Plugins sowohl mit aktuellen Word-Press-Versionen als auch mit dem jeweils ins Auge gefassten Theme. Einige Plugins sind von Haus aus mit bestimmten Templates nicht kompatibel. Außerdem wirken sich hier die fehlenden Updates negativ aus. Bei der Aktualisierung der WordPress-Version funktionieren plötzlich viele Plugins nicht mehr, sodass sich der Nutzer nach neuen Alternativen umschauen muss.

Ein Transfer der Daten ist dabei in der Regel nicht möglich. Das bedeutet, dass sie manuell neu eingegeben werden müssen. Wie hoch der dafür erforderliche Zeitaufwand ausfallen kann, wird vor allem an den SEO-Plugins deutlich, mit welchen den Suchmaschinen für die Snippets in den Suchergebnissen eine Description zur Verfügung gestellt werden kann. Wer mehrere Tausend Artikel auf seiner Website bereithält, müsste also auch mehrere Tausend Descriptions neu verfassen. Ein schwer kalkulierbares Risiko.

Realer Test in der Entwicklungsumgebung aus

Ein frischer Server, der vor Kraft geradezu strotz und mit folgender Hardware am Start ist: Intel® Core™ i7-3930K Hexa-Core inkl. Hyper-Threading-Technologie, Arbeitsspeicher64 GB DDR3 RAMFestplatten2 x 500 GB SATA 6 Gb/s SSD (Software-RAID 1)Anbindung 1 GBit/s-PortBandbreite garantiert 1 GBit, wir stellen ihn zur Verfügung für den Test unter Realbedingungen. Zugegeben, niemand würde eine solche Performanz für nur einen Internetauftritt reservieren aber wir möchten dem ThemeForest Template wirklich eine kompromisslose Umgebung und eine echte Chance bieten.

Wie vermutet ist das Backend voll mit Funktionen und individuellen Feldern, hier sind wir nicht überrascht. Was uns am Ende jedoch tatsächlich doch für eine Überraschung sorgt ist die wirklich schlechte Performance mit der das frisch aufgesetzte Template den Test abschließt. Dabei ist nicht einmal ein Slider im Einsatz. Mit 25 von 100 Punkten in der mobilen und der Desktop Version, erreicht das Template wirklich nur einen Bruchteil des Möglichen.

Zu finden ist das Projekt unter folgendem Link: Test ThemeForest Template.

Doch erst richtig interessant ist der Vergleich mit einem individuellen Template. Hier haben wir ein ähnliches grafisches Konzept gewählt und ein Projekt auf denselben Server hochgeladen. Anschließend ergab das Projekt ohne eine intensive Ladezeitoptimierung folgendes Bild:

Und wie viel Unterschied auch das Webhosting ausmacht, kann hier eingesehen werden. Hier haben wir exakt dasselbe Projekt auf einem Webhosting Paket von 1&1 getestet und kommen zu folgendem Bild:

Die Empfehlung lautet: Von Beginn an individuelle Templates nutzen

Individuell programmierte Templates haben den Vorteil, dass sämtliche benötigten Funktionen in den Hauptcode integriert werden können. Das macht die Verwendung von Plugins überflüssig und bewirkt außerdem eine Reduzierung des Umfangs des Quellcodes, was einer kurzen Ladezeit zugutekommt. Diese wirkt sich positiv auf den Nutzerkomfort und das Ranking in den Suchergebnissen aus. Bei der individuellen Programmierung können sämtliche rechtlichen Vorschriften berücksichtigt werden. Außerdem ist eine vollständige Kontrolle der Übermittlung von Nutzerdaten an Dritte möglich. Aber auch bei individueller Entwicklung ist ein ausgefeiltes Ladezeitkonzept fast immer optional, sodass unsere Hauptsorge bei Templates der Skalierbarkeit und Sicherheit gilt.

KriterienUniverselles TemplateIndividuelles Template
Kosten+ auch kostenlos erhältlich– immer kostenpflichtig
Rechtskonformität– kritisch+ gegeben
Sicherheit– kritisch+ gewährleistet
Updates– oft nicht möglich+ jederzeit möglich
Umfang Quellcode– unnötig groß+ gering
Ladezeit– zumeist lang+ kurz / optimierbar
Datentransfer bei Designwechsel– zumeist nicht möglich+ jederzeit möglich
Funktionserweiterung– nur bedingt möglich+ jederzeit möglich
Kompatibilität– problematisch+ immer herstellbar
technische SEO– nur mit Plugins möglich+ im Hauptcode integriert
Erweiterungen– notwendig+ nicht erforderlich

Fazit

Sofern die Kompetenz und das Budget für eine Individualentwicklung vorhanden sind, ist sie einem Template vorzuziehen. Plattformen wie ThemeForest stellen lediglich einen internationalen Marktplatz dar, eine Handelsbörse zwischen Entwicklern rund um den Globus und dem Endkunden. Für professionelle Unternehmen stellt sich die Frage nach dem Einsatz eines Templates eigentlich erst gar nicht. Ein individuelles Template fängt schon bei der Gestaltung an und hebt das Unternehmen (die Marke) vom Wettbewerb ab, macht es einzigartig und unverwechselbar, die solide Basis jedoch bildet die kontrollierbare Programmierung nach fachlich anerkannten Standards mit entsprechender Verbindlichkeit. Die Erfahrung zeigt, dass die individuell programmierten Templates den universellen Themes in Sicherheit, Berechenbarkeit und Skalierbarkeit überlegen sind. Das gilt sowohl bei der rechtlichen und technischen Sicherheit als auch im Hinblick auf die Pflege, Aktualisierung und insbesondere Weiterentwicklung einer Website. Parallel zeigen die Auswirkungen auf die technische Suchmaschinenoptimierung, dass die Investition in ein speziell für eine Website entwickeltes Template eine lohnenswerte Investition ist. Wer nur ein kleines Projekt plant und somit bereit ist zum Teil Risiken einzugehen, kann auch mit einem Template live gehen. Allerdings ist WordPress (ähnlich wie Windows) alleine durch den hohen Marktanteil vielen automatisierten Angriffen (Bots) ausgesetzt und somit leider schon beim Rollout vulnerabel. Zusätzliche Risiken einzugehen wird für die meisten professionellen Websitebetreiber keine Option sein.

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