Online Marketing

Die Entwicklung von Social Media: von Vernetzung über ICQ zum „Entertainer“ auf TikTok

In unserer Reihe „Digital Flashback“: 15 Jahre Social Media

Knuddeln, Gruscheln und „Uh-Oh“ – die Anfänge von Social Media sind rückblickend betrachtet schon fast niedlich. Haben Sie auch damals bei „Knuddels“ Ihre ersten Kontakte „angekuschelt“?

Oder erinnern Sie sich noch, als bei StudiVZ noch „gegruschelt“ wurde?

Spätestens aber, wenn die ICQ-Benachrichtigung „Uh-Oh“ erklingt, wird bei uns noch heute ein Triggerpunkt aktiviert – und wir sind in Erwartung einer neuen Nachricht. Der jahrelangen Nutzung sei Dank.

Und heute? Da konsumieren wir Videos, folgen virtuell Stars und werden über Apps wie TikTok selbst zu kleinen Entertainern.

Wie sich dies alles in den vergangenen 15 Jahren entwickelt hat – und wie sehr wir uns in der Nutzung von Social Media verändert haben – fassen wir hier zusammen.

Vernetzen, kommunizieren, teilen – Knuddels, ICQ, MySpace und Co.

Im Jahr 2005 sind erste Meilensteine im Bereich des Social Networkings längst bestritten, doch gibt es insbesondere in der digitalen, sozialen Welt ständig Neuerungen.

ICQ und MSN

baseplus® 15 Jahre Social Media icq

Nicht mehr wegzudenken waren zu dem Zeitpunkt auch die Chat-Plattformen ICQ und MSN.

Die schnelle Kommunikationsmöglichkeit, direkt zu sehen, wer „on“ ist oder sogar gemeinsam online und live „Slide a Lama“ zu spielen – nostalgisch denken wir daran zurück.

Knuddels

Viele erinnern sich vielleicht noch an ihr erstes Chatportal „Knuddels“. Dort wurde eifrig gechattet und auch geflirtet. Oder „Mafia“ gespielt.

Zu Höchstzeiten hatte das Portal 2006 ca. 6,5 Millionen registrierte Mitglieder. Doch die Fantasienamen, die man sich dort als Nickname selbst vergab, förderten die Anonymität. Das Interesse am wahren Leben hinter der Fassade führte jedoch unter anderem dazu, dass Knuddels irgendwann abgelöst wurde… dazu später mehr.

MySpace

2005 großgeworden ist aber auch der Social-Media-Kanal „MySpace“. Neben dem Austausch mit Freunden hatte insbesondere das Einrichten der eigenen Profilseite seinen besonderen Reiz. Ein individuelles Design, das Lieblingslied spielte direkt ab, eigene Bilder – so hatte jede Profilseite ihre ganz persönliche Note. Die Idee hinter MySpace war auch ursprünglich, als Plattform für Musiker und Bands zu fungieren. Im Jahr 2009 verzeichnete MySpace knapp 270 Millionen Nutzer.

Heute findet das Portal eher nur am Rande statt.

Die Riesen erwachen: Facebook und YouTube werden ganz groß

Nicht viele der damaligen Social-Media-Kanäle etablieren sich langfristig in unseren Alltag. Anders ist das bei Facebook und YouTube. Auch wenn letzteres eher als Video-Suchmaschine zu betrachten ist.

Facebook

baseplus® 15 Jahre Social Media Facebook

Die Geschichte der Entstehung von Facebook ist sogar verfilmt worden. Einer der Gründer und mittlerweile weltbekannter Unternehmer, Mark Zuckerberg, hat mittlerweile einige weitere Plattformen aufgekauft und für viele sind diese nicht mehr aus dem alltäglichen Social Networking wegzudenken.

Facebook ging 2004 an den Start, heute verzeichnet es ungefähr 2,45 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Unglaublich.

Die Idee dahinter? Ursprünglich ging es wohl darum, dass Harvard-Studenten sich vernetzen und erfahren konnten, was ihre Kommilitonen gerade so machen. Was so los ist bei ihnen. Und dies in einem übersichtlichen Feed anzuzeigen.

Etwas später war Facebook weltweit für jeden Nutzer über 13 Jahren zugänglich. Die Grundidee hat also gezündet. Heute beantworten nur noch wenige Nutzer „Was ich gerade mache“. Aber es werden nach wie vor Bilder und Videos geteilt, wild kommentiert, sich in Gruppen ausgetauscht und Promis oder Magazinen gefolgt. Und natürlich einiges, was gefällt, entsprechend geliked. Schön, wenn sich auch unsere Sprache anpasst.

Was auch bald über Facebook möglich war: über Business-Profile Werbung schalten. Dies ermöglicht jeglichen Firmen, Marken und Influencern, ihre Zielgruppe anzusprechen und sie mit ihren Produkten oder Dienstleistungen vertraut zu machen. Die „gesponserten“ Beiträge erscheinen entsprechend der vermeintlichen Interessen, die Facebook uns aufgrund unserer Aktivitäten zuschreibt, in unserem jeweiligen Newsfeed. Hier öffnen sich also viele neue Möglichkeiten im Rahmen des Online Marketings – sowie auch auf YouTube und Instagram.

YouTube

YouTube startete 2005. Als große Videoplattform. Und wir denken gerne daran zurück, als man dort gefühlt ALLES gefunden hat.

Original-Videoclips von allen möglichen Musikern? Kein Problem. Vollständige Serienfolgen, Sendungen oder Filme? Selbstverständlich vorhanden. Heute sieht das aufgrund der rechtlichen Regelungen natürlich anders aus.

Seit 2006 gehört YouTube zu Google und gilt auch als weltgrößte Suchmaschine für Videos. Laut dem Unternehmen gibt es heute jeden Monat über 1,9 Milliarden angemeldete Nutzer, jede Minute werden 500 Stunden Videomaterial hochgeladen.

Vernetzung für Business und B2B: LinkedIn

Bereits 2002 wurde das soziale Netzwerk LinkedIn gegründet. Die Hauptfunktion besteht darin, bestehende Geschäftskontakte zu pflegen und neue Verbindungen zu knüpfen. Wichtige Branchennews und Nachrichten werden geteilt. Und das erfolgreich: Entfernt vom kommerzlastigen und gehypten Instagram oder Facebook funktioniert auch die „Business-Version“. Mit über 660 Millionen Nutzern in 193 Ländern muss sich also auch LinkedIn keineswegs verstecken.

Die deutschen Verzeichnisse erobern den Markt – StudiVZ

Bevor Facebook in Deutschland und Teilen von Europa richtig durchstartete, war ein deutsches soziales Netzwerk hier ganz groß. Denn die VZ-Netzwerke – dazu gehören StudiVZ, SchülerVZ und meinVZ – waren dem Angebot von Facebook sehr ähnlich aufgebaut.

Beide Kanäle erfüllten den zunehmenden Wunsch der Nutzer, weniger anonym zu chatten, wie dies bei Knuddels noch der Fall war.

Es sollte persönlicher und privater werden. Und die StudiVZ-Seiten waren damals im Gegensatz zu Facebook auf deutsch, also für unsereins sehr bequem in der Handhabung.

Zu den Hochzeiten zählte StudiVZ 17 Millionen User.

Auch hier konnte man Gruppen beitreten, die aber weniger die Funktion des wirklichen Austauschs und Teilens von Interessen hatten. Nein.

Die Gruppennamen waren Teil des Profils und es galt: je witziger, desto besser. Serien- und Filmzitate, typische Charaktereigenschaften, die einem selbst vorher nicht bewusst waren, wie „Ich renn beim Zähneputzen in der Gegend rum“, vervollständigten als Gruppe das eigene Profil – die „Pinnwand“.

Doch irgendwann ließ die Aktivität der User auf allen VZ-Portalen nach, plötzlich waren alle auf Facebook aktiv.

Und das ist eine der Haupteigenschaften der sozialen Netzwerke: Stetiger Wandel. Manchmal wie über Nacht.

Ein Mitgrund für solche Entwicklungen: Die Nutzung von Smartphones. Viele Netzwerke haben zu spät auf ein responsives Design oder eine App umgestellt. Oder sie wurden durch vermeintlich bessere Chat-Portale abgelöst, wie WhatsApp statt ICQ. Wer hier mit der Zeit geht, muss also nicht zwingend mit der Zeit gehen.

Folge mir und ich zeig´ dir meine Scheinwelt – Instagram, Snapchat und TikTok

Wir wollen Twitter an dieser Stelle natürlich nicht unvergessen lassen. Auch diese Plattform „überlebt“ bereits einige Jahre und die schnelle Kurzform der Kommunikation hat sozusagen die Geburtsstunde des Hashtags in seiner Nutzung als Such-und-Finde-Begriff bestritten. 330 Millionen Nutzer monatlich sind darüber hinaus auch nicht von schlechten Eltern.

Aber wirklich revolutioniert hat Instagram die Social-Media-Welt. Mit Bildern. Und mit Videos. Und lustigen Story- und Video-Funktionen.

Dabei waren diese zum Teil von Snapchat abgeguckt. Aber der Reihe nach:

Instagram

baseplus® 15 Jahre Entwicklung Social Media Instagram

2010 ging Instagram live. Ein Netzwerk, das zum Teilen von Bildern und Videos gedacht war. Besonders für die mobile Nutzung optimiert wurde der Kanal vor allem von der jungen Zielgruppe angenommen. Heute hat Instagram über eine Milliarde Nutzer weltweit, 21 Millionen allein in Deutschland.

Das Teilen von Bildern, Videos und Stories entpuppte sich auch für Influencer als kleine Goldgrube (neben YouTube, versteht sich). Große Reichweiten und eine hohe Followerzahl oder auf YouTube viele Abonnenten ermöglichen Werbepartnerschaften und damit Geld. Ein Manko an der bunten Bilderwelt auf Instagram: Zwar erfüllt Instagram den Wunsch und bietet die Möglichkeit, sich und sein Leben ganz hautnah zu zeigen. Jedoch wird hier oft eine Scheinwelt aufgebaut. Das vermeintlich „perfekte Leben“. Aber es entwickelt sich immer mehr ein Bewusstsein der Gesellschaft dafür, die Oberflächlichkeiten aufzudecken, kritisch zu hinterfragen und dafür weniger selbstkritisch zu sein.

Snapchat

2011 ging Snapchat an den Start, damals noch unter dem Namen „Picaboo“. Der Clou hinter der App? Bilder, die man nur einmal ansehen kann, kurze Video-Stories, die nur 24 Stunden verfügbar sind. Und besonders toll: Filter wie Hundenasen und Herz-Augen, die man bei der Story-Erstellung im Selfie-Modus verwenden konnte. Da ist der Familienspaß vorprogrammiert.

Und eben diese schöne Idee wurde von Instagram ein wenig abgekupfert. Funktioniert aber auch hier nach wie vor.

Durch das mehrfache Abschlagen der Kaufangebote von Facebook sowie der direkten Konkurrenz in den Hauptfunktionen durch Instagram kam Snapchat in den letzten Jahren etwas ins Straucheln. Aber immerhin: 2019 verzeichnete die Plattform 210 Millionen aktive Nutzer.

TikTok

Der letzte Schrei im Jahr 2020 bei den Social-Media-Plattformen: TikTok. Die chinesische App startete 2018, als Musical.ly von TikTok übernommen wurde. Das Videoportal ermöglicht die Lippensynchronisation zu verschiedensten Clips. Insbesondere bekannte Filmzitate und Musikclips sind hier beliebt und ermöglichen viel Kreativität. Die Videos sind unterhaltsam und lassen sich über andere Kanäle teilen. So wurde die App schnell bekannt – und beliebt. Der optimale Zeitvertreib. Über die Nutzerzahlen gibt es keine offiziellen Angaben, sie werden aber auf ungefähr 800 Millionen aktive Nutzer weltweit geschätzt.

Unser Nutzerverhalten

Die Zeitreise durch die vergangenen 15 Jahre zeigt also nicht nur, welche Portale im Trend lagen, welche damals und heute angesagt sind. Es zeigt auch, wie wir uns in der Nutzung verändert haben. Vom netten Schwätzchen im Chat über eigene Reichweiten und Vernetzungen. Über das Folgen, Veröffentlichen und Teilen im persönlichen Rahmen bis hin zum Folgen von großen Medien, Stars und Influencern. Und über die eigene Selbstdarstellung in perfekten Scheinwelten und dem Präsentieren eigener Entertainment-Fähigkeiten. Und natürlich in der werblichen Nutzung – wir werden stetig über Dinge informiert die uns „auch interessieren könnten“. Im Umkehrschluss bietet sich hier für Unternehmer viel Potential zur Steigerung der Reichweite.

Jeder Social-Media-Kanal hat(te) seinen Reiz, jede Generation der Social-Media-Nutzer ihre Freuden und Sorgen im alltäglichen Umgang damit.

Eins steht fest: Es bleibt spannend, ob und wann die Ära Facebook und Instagram zu Ende gehen wird. Und welcher Hype als nächstes kommt.

 

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