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World Usability Day 2014 / Prof. Dr. Gerhard Hartmann

Fokusthema 2014: “Cross Device Usability” – Usability von Websites und Apps auf verschiedenen Plattformen im Griff behalten.

Wer dieses Jahr den 13.11.2014 in der Fachhochschule Köln zwischen 17:00h und 20:00h verbracht hat, hat 3 sehr wertvolle Stunden erlebt. Die Veranstaltung war für diejenigen interessant, welche mit Themen wie „User Experience“, „Motion Tracking“, „Responsive Design“, „Usability Optimierung“ u.Ä., dem Trend der Zeit einen Schritt voraus sein möchten. Der World Usability Day mit der Moderation durch Prof. Dr. Gerhard Hartmann, Professor für Informatik (Mensch-Computer Interaktion), Institut für Informatik der Fachhochschule Köln, war aus unserer Sicht eine Veranstaltung, für die sich die weite Anreise gelohnt hat. Unterstützt wurde Professor Hartmann durch Frau Christiane Grünloh, Mitarbeiterin an der Fachhochschule Köln. Frau Grünloh promoviert aktuell an der KTH (Königlich Technischen Hochschule) in Stockholm und war bereits beim letzten World Usability Day aktiv, das letzte Jahr mit Themen wie E-Health aus dem Bereich Gesundheit. Ebenfalls ganz vorne dabei: Herr Thomas Geis von der ProContext Consulting GmbH, ist ein weiterer Experte für Usability-Engineering, Produktmanagement und Standardisierung.
Die Veranstaltung, mit vielen ehemaligen Studentinnen und Studenten der Hochschule, nun als Dozenten an diesem Abend, welche sich inzwischen bei den Größen aus der Wirtschaft etabliert haben, wurde von den anwesenden Praktikern aus der Wirtschaft rege Besucht, sodass der Austausch in der Pause die Begegnung mit manchem Unternehmen bot, welches uns und welchem wir sonst nur aus der Google SERPS bekannt waren. So sprachen neben Patrick Erasmus von Klickmeister, auch Michael Seel (Entwickler) und Martin Cousin (Berater) von der NEXUM AG, sehr gekonnt und praxis-nah über Usability-Themen. Sandra Griffel von der denkwerk GmbH ergänzte mit ihrer Darbietung die theoretische Seite um den Einsatz in der Praxis: Ein ehrlicher und offener Vortrag, welcher gezielt auf die Herausforderungen der neuen Technologien einging. Frederik Schulz von m-pathy (seto GmbH) überzeugte durchweg mit seiner Präsentation und verknüpfte gekonnt seine Kenntnisse aus der Informatik und Psychologie. Zu jedem einzelnen Vortrag schreiben wir nun mehr im Detail.

 

Prof. Dr. Gerhard Hartmann | Fachhochschule Köln

Auch wenn Prof. Dr. Gerhard Hartmann zweifelsfrei der Mann im Mittelpunkt dieser Veranstaltung war, nahm er sich gekonnt zurück und gab den Rednerinnen und Rednern entsprechenden Raum für die Entfaltung des Vortrages und der Aufmerksamkeit.

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Ein gewisses Maß an Stolz konnten wir in einem kleinen Interview in der Pause vernehmen, denn viele der Vortragenden an dem Abend sind ehemalige Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Köln. Diese nun als erfolgreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Wirtschaft zu sehen, ist mit Sicherheit ein eine Bestätigung für Prof. Dr. Gerhard Hartmann und die Fachhochschule Köln.

 

Patrick Erasmus | Klickmeister GmbH

Unmittelbar nach der kurzen Eröffnung durch Prof. Dr. Gerhard Hartmann, startete Patrick Erasmus seinen Vortrag. Patrick Erasmus ist ebenfalls Absolvent der Fachhochschule Köln und bei der Klickmeister GmbH beschäftigt. Und in der Tat: Kaum einer ging tiefer auf das Spezialthema „Thema Cross Device Usability“ ein als Patrick. Seine Präsentation teilte er in drei Teile auf: Die „Einführung“, den Einblick in die „Thesis Multiscreen“ und den „Ausblick“. Er betonte, dass die Herausforderung der Zeit die exponentiell wachsende Anzahl von Mobile Devices darstelle. Die Nutzerinnen und Nutzer der mobilen Geräte sprechen schon lange nicht mehr von dem „einfachen Smartphone.“ Heute sind diverse Geräte im Einsatz. Oder wer hätte vor wenigen Jahren noch gedacht, dass eines Tages die Uhr am Handgelenk den Internetzugang offerieren würde?

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Ebenso ging Patrick Erasmus auf die verschiedenen Möglichkeiten der Eingabe ein – so erwähnte er neben den „konventionellen Wegen“ auch die Sprachsteuerung. Die Geräte werden immer kleiner und persönlicher. Entsprechend werde mit den Geräten eine „Wohlfühl-Zone“ aufgebaut. Ein interessanter Ansatz und Blickwinkel, wie wir von Baseplus finden. In logischer Fortsetzung sieht Patrick Erasmus neue Nutzerbedürfnisse (User Needs) und stellt eine interessante Definition von „Multiscreen“ nach Wolfram Nagel und Valentin Fischer vor. Als eine Art Fazit kann gesagt werden, dass es eine große Herausforderung ist Geräte in Echtzeit miteinander kommunizieren zu lassen. Hier ergeben sich viele Probleme im Code und Latenzen. Oft ist die Hauptfehlerquelle schlichtweg der nicht performante Internetzugang welcher die Synchronisation der einzelnen Geräte in Echtzeit nur schwer möglich macht.

Geräte zu koppeln und in die eigene „Wohlfühl-Zone“ zu bringen ist nach diesem Vortrag keine Science-Fiction-Vision mehr. Die Zukunft bringt sicherlich eine Vereinfachung der Kommunikation mit externen Geräten. So ist es durchaus denkbar, dass wir uns in naher Zukunft mit einem Getränke-Automaten über unser Smartphone verbinden können. Wir, von Baseplus DIGITAL MEDIA, sagen Danke an Patrick Erasmus und Prof. Dr. Gerhard Hartmann für diesen Vortrag.

 

Michael Seel und Martin Cousin | NEXUM AG

Den Praxis-Bezug boten Michael Seel (Entwickler) und sein Kollege, Martin Cousin (Berater), von der NEXUM AG. In dem sympathischen Vergleich von Michael Seel wurde es bis in die letzte Reihe deutlich: Weniger ist im Web oft mehr. Er verglich manche Internetauftritte mit seiner Leibspeise, dem Burger. Im Grunde bedarf es weniger Zutaten, um einen guten Burger zu machen. Die Vorstellung es bestmöglich machen zu wollen und auf den Burger weitere Zutaten, die man sonst so gerne mag, zu geben, mag für viele verlockend erscheinen. Spätestens bei der Visualisierung von 3 Kugeln Eiscreme auf dem Burger wurde am WUD deutlich was Michael sagen möchte: Manchmal ist weniger mehr. Sehr gekonnt, locker und sympathisch übertrugen er und sein Kollege, Martin Cousin, das „Burger-Bild“ auf das Web. Aufgeblasene CMS-Systeme mit unzähligen Plugins, Slidern, Accordions usw. resultieren zumeist nicht nur im grafischen Chaos: Die Performance der Auftritte leidet entsprechend. Hier wurden verschiedene Presseportale miteinander verglichen und auf Stärken und Schwächen untersucht.

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Die Zeit mache es als Vorreiter sehr gut, finden Martin Cousin und Michael Seel: Hier werden während der sonst langen Ladezeit bereits die ersten Überschriften vorweg geladen und halten somit den wartenden „bei Laune.“ Martin Cousin erklärte, dass die Geschwindigkeit eine der grundlegenden Anforderungen an eine gute User Experience sei und ging auf verschiedene Grenzwerte für Antwortzeiten ein. Müssen der Besucher und die Besucherin weniger als 1 Sekunde warten sei alles in Ordnung. Bei längeren Wartezeiten sei bereits eine Rückmeldung seitens des Portals erforderlich – und sei es auch nur ein einfacher Ladebalken oder eine Sanduhr. Die Ladezeit kann zudem psychologisch vertriebswirksam genutzt werden, allen voran das Beispiel von CHECK24. Das Portal listet jede einzelne Airline während des Ladevorgangs auf und suggerierte somit dem Besucher den Mehrwert. Auch hier ein klares Beispiel von den Praktikern für die Praxis: Mozilla konnte mit der Usability Optimierung und 2 Sekunden weniger Ladezeit, die Anzahl der Downloads für den eigenen Browser Firefox um 15% erhöhen. Sehr überzeugend, wie wir finden. Webauftritte mit einer schlechten Ladezeit bieten generell eine schlechte User Experience. Hieraus resultieren oft schlechtere Rankings und zu aller Letzt kann es passieren, dass sogar die eigene Marke einen Reputationsschaden erleidet. Als Lösungsansätze kann, so Michael Seel und Martin Cousin, folgende, prägnante Frage gestellt werden: welche Funktionen braucht der Nutzer wirklich?

Die beiden Experten weisen darauf hin, dass Daten komprimiert werden können, die wichtigsten Inhalte zuerst geladen werden sollen, Funktionen wie das Caching aktiviert werden sollten und zum guten Schluss sollten der Content und das Markup getrennt werden. Fantastische Lösungsansätze welche ich bereits vor Jahren während meiner Arbeit bei Ericsson Deutschland (Web Maintenance) berücksichtigen musste.

Zu guter Letzt kann und sollte die Performanz gemessen werden. Hierzu eignen sich Tools wie Google Developers, Webpagetest oder der Emulationsmodus des Browsers Google Chrome. Das letztere Tool biete sogar die Möglichkeit den 3G Modus zu emulieren. Die Zukunft bringt jedoch auch interessante Möglichkeiten der Performance-Optimierung auf Protokoll-Ebene. So wird aktuell an neuen Protokollen gearbeitet, wie z.B. Speedy oder http:// 2.0.

„Man dürfe nicht vergessen, dass bei aktuellen Webauftritten und unseren Leitungen, teilweise bis zu 99 Elemente zeitgleich geladen werden.“ Mit diesen Worten verabschieden sich Michael Seel und Martin Cousin. Wir sagen danke, ein toller Vortrag! Sehr praxisbezogen und daher auch für die Experten von Baseplus DIGITAL MEDIA brauchbar.

 

Sandra Griffel | die denkwerk GmbH

Einen sehr sachlichen und sympathisch-ehrlichen Vortrag bot Sandra Griffel von der denkwerk GmbH. Frau Sandra Griffel ist eine Expertin für den Bereich User Experience und hat die große Herausforderung als Aufgabe jegliche plattformübergreifende Irritation der Besucherinnen und Besucher zu verhindern. Sie tauchte tief in die Praxis ein, beschrieb die Responsive Entwicklung einer namhaften Airline und zeigte verschiedene Ansätze der Vorgehensweise verschiedener Modelle: Adaptive versus Responsive. Besonders sympathisch war die ehrliche Art und Weise von Frau Griffel welche auf genau jene Herausforderungen eines Auftrages präzise einging, welcher wir als Webdesign Agentur ebenfalls kennen: Die Kommunikation mit dem Kunden bei komplexen Projekten, die eigene Sortierung bei komplexen Projekten, sowie den finanziellen Aspekt welcher sehr schnell um ein Vielfaches überschritten werden kann bei häufigen Änderungswünschen des Kunden. Oft jedoch wird das Ausmaß an Mehraufwand hingegen durch den Kunden nicht problemfrei angenommen.

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Ebenso ergeben sich bei innovativen Projekten auch innovative Lösungsansätze, welche einer völlig neuen Benennung bedürfen. So entwickelte Sandra Griffel mit ihrem Team ein neuartiges Glossar, um die Qualität der Kommunikation während des Projektes sowohl intern als auch extern zu maximieren. Sie beschrieb die verschiedenen Phasen: Die Planung und Analyse, die Herausforderungen und Probleme, sowie die Lösungsansätze. Im Detail beschreibt Sandra Griffel folgende Denkanstöße als Resümee aus der Praxis:

In der Designphase ergeben sich mögliche Probleme mit der eventuelle zu späten Dokumentation, Versionierungsprobleme, „Seite für Seite“ Gestaltung, Textlängen in verschiedenen Sprachen müssen initial berücksichtigt werden, unnötige Reinzeichnungen und Feinkonzepte sollen vermieden werden, Layouts auf alle Größen/Screens müssen geprüft werden.

Mögliche Ansätze für eine Lösung definiert Sandra Griffel mit ihrem Team wie folgt: Einheitliche Definition (Responsive Behaviour) schaffen, initiale Festlegung des Umfangs (sowohl des Layouts als auch des Feinkonzeptes), etablierte Patterns (Muster) nutzen (z.B. Twitter Bootstrap), Gerätespezifikationen berücksichtigen, Edge Cases abfragen. Design wurde umgesetzt mit einem Spaltensystem (4 Spalten). Darüber hinaus geht Sandra Griffel auf Herausforderungen der Umsetzungsphase und der Migrationsphase und bietet für diese klare Lösungsansätze. Den Vortrag rundet sie mit den für weitere Projekte entwickelten 7 Regeln:

7 Goldenen Regeln by Sandra Griffel:

  • Responsive Design braucht Erklärung
  • Auf Standards aufsetzen hilft
  • Viel und frühzeitig kommunizieren
  • Nutzungskontext immer hinterfragen
  • Von Erfahrungen anderer Teams lernen
  • Testen, testen, testen …

Zuletzt auch bei Herausforderungen: Locker bleiben.

Baseplus DIGITAL MEDIA sagt danke für diesen erfrischend-ehrlichen und offenen Vortrag aus der Praxis.

Frederik Schulz | m-pathy (seto GmbH)

Als letzter Sprecher trat Herr Frederik Schulz zum Mikrofon. Herr Schulz hat sowohl Informatik als auch Psychologie studiert und ist derzeit bei der Unternehmung m-pathy beschäftigt. m-pathy, so Frederik Schulz, kommt dann zum Einsatz, wenn die meisten anderen Unternehmen gescheitert sind.

Besonders positiv bei allen Sprechern sind der Praxisbezug und die Lösungsansätze. So auch (und insbesondere) bei m-pathy und Herrn Schulz welcher zu jeder Herausforderung final Lösungsansätze bietet.

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Das Unternehmen untersucht aktiv das Surfverhalten auf der jeweiligen Präsenz des Kunden, sammelt repräsentative Daten (>5000 Impressionen) und bereitet diese auf. Es müsse jedem klar sein, so Frederik Schulz, dass die Auswertung der aggregierten Daten ein zentraler Bestandteil der m-pathy Arbeit sei. „Unsere Kunden sind zumeist große Unternehmen welche mit ganz gezielten und konkreten Problemstellungen auf uns zukommen“ – führt er weiter fort. Und er hat konkrete Beispiele. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass es große Probleme mit mobilen Seiten gibt. Deswegen müssen insbesondere diese „authentisch“ getestet werden. Eine Analyse eines großen, deutschen Portals für Düfte und Kosmetik habe gezeigt, dass der für die Conversions der so wichtige Gast-Zugang für Besucherinnen und Besucher nur schwer zu erreichen war. Diese Erkenntnis war anhand des Motion Trackings möglich. Eine mögliche Lösung war es den Gastzugang prominent zu platzieren. „Unsere Kunden erleben immer eine Verbesserung der User Experience. Die Besucherinnen und Besucher konvertieren mehr nach unseren Optimierungsmaßnahmen“ gab er als Antwort auf die konkrete Frage von Branimir Witt von Baseplus ob denn die Maßnahmen denn auch wirklich immer zum Erfolg führen würden.

Gerade bei der Erhebung von Motion-Tracking-Daten mit welchen die Mausbewegung der Besucherinnen und Besucher genau aufgezeichnet werden, sei die Datenschutzkonformität besonders wichtig, betont Frederik Schulz von m-pathy.

Eine sehr gelungene und professionelle Präsentation wie wir finden. Baseplus DIGITAL MEDIA sagt Danke an Frederik Schulz.

Branimir Witt | Schlußwort von Baseplus DIGITAL MEDIA

Wer hätte vor Jahren noch gedacht, dass es mal Veranstaltungen wie den World Usability Day geben würde? Für uns war dieser Termin nicht nur interessant, sondern ist für jede Agentur welche sich mit erfolgreichen Online-Lösungen professionell und kommerziell beschäftigt, ein absoluter Pflichttermin. „Usability Optimierung“ ist für Baseplus DIGITAL MEDIA mehr als ein Begriff mit welchem wir ranken. Jahre lang waren wir auf Platz 1, da wir uns schon immer mit dem Satz „Don’t make me think!“ von Steve Krug identifiziert haben. Die großen Unternehmen geben horrende Beträge aus, um die User Experience in einer Nachkomma-Stelle zu verbessern, weil sich schon dieser kleine Schritt nach oben oder unten vehement auf die Umsatzzahlen auswirkt. Der Markt wächst, die mobilen Nutzerzahlen explodieren, es gibt mehr Internetauftritte als Erdbewohner. Wer Themen wie die Usability Optimierung mit allen Unterthemen vernachlässigt, vernachlässigt auch einen erheblichen Teil der Qualität. War Responsive Design vor wenigen Jahren noch etwas Besonderes, gehört es heute schon zum absoluten Standard. Umso wichtiger sich tiefer als auf der Markup-Ebene mit diesem Thema zu beschäftigen. Wir bedanken uns bei allen Dozenten für den hervorragenden Abend.

Vielen Dank an:

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Prof. Dr. Gerhard Hartmann | Professor für Informatik (Mensch-Computer Interaktion), Institut für Informatik der Fachhochschule Köln

Thomas Geis | ProContext Consulting GmbH

Christane Grünloh | Fachhochschule Köln

Partick Erasmus | Klickmeister GmbH

Michael Seel | NEXUM AG

Martin Cousin | NEXUM AG

Sandra Griffel | denkwerk GmbH

Frederik Schulz | m-pathy (seto GmbH)

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