Am 19. Mai 2026 hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz I/O das angekündigt, was intern als das „größte Upgrade der Suche seit 25 Jahren“ bezeichnet wird. Kein Marketing-Versprechen, sondern eine fundamentale Neuausrichtung dessen, wie Informationen im Internet gefunden, aufbereitet und vermittelt werden.
Wir bei baseplus® beobachten diese Entwicklungen intensiv und möchten Ihnen heute erklären, was konkret passiert, was das für Ihr Unternehmen bedeutet und wie Sie sich jetzt richtig aufstellen.
Schneller Überblick der Änderungen
- Google baut die Suche um, der KI-Mode übernimmt vollständig. Google liefert KI-generierte Zusammenstellungen statt Linklisten
- Dadurch verlagert sich Sichtbarkeit hin von Rankings zu empfiehlt die KI mein Unternehmen
- Google erklärt im Leitfaden zur Sichtbarkeit im AI-Mode, dass gutes SEO der Schlüssel ist, um auch dort empfohlen oder zitiert zu werden.
- Suchagenten und Buchungs-KI werden ab Sommer 2026 in den USA eingesetzt werden, um direkte Buchungen für die Nutzer durchzuführen. Das bedeutet, Ihre Website muss KI-Agenten ready sein.
Was Google auf der Konferenz angekündigt hat
Die KI übernimmt die Suche
Googles sogenannter AI-Mode – die Suchvariante, bei der keine Linkliste, sondern eine direkt von KI generierte Antwort ausgespielt wird – ist in Deutschland bereits seit Oktober 2025 aktiv und wird nun mit dem neuen Sprachmodell Gemini 3.5 Flash zur globalen Standarderfahrung ausgebaut. Über eine Milliarde Menschen nutzen ihn monatlich, die Nutzungszahlen verdoppeln sich laut Google in jedem Quartal.
Das Prinzip dahinter: Die KI fasst Informationen aus dem Netz zusammen, bewertet sie und präsentiert dem Nutzer direkt eine Antwort, ohne dass der Nutzer eine Liste von Links durchklicken muss.
Generative UI: dynamische Layouterstellung im AI-Mode
Google kündigt an, dass im AI-Mode künftig dynamisch Tabellen, Layouts und Mini-Apps direkt für die jeweilige Nutzeranfrage erstellt werden können. Diese Erweiterung, weg von rein textlichen Zusammenfassungen, hin zu vollständig ausgestalteten Inhaltsformaten, wird das Nutzungs- und Suchverhalten grundlegend verändern. Denn wenn alle benötigten Informationen bereits in der Suche bereitgestellt werden, stellt sich die Frage: Wer klickt dann überhaupt noch auf eine Website?
Daraus ergeben sich zwei Anforderungen. Einerseits müssen Unternehmen faktenbasierte, klar strukturierte Inhalte bereitstellen, damit die KI sie problemlos verarbeiten und als Quelle zitieren kann. Andererseits wird die eigene Website in Zukunft weniger Aufklärungsarbeit leisten müssen – der Nutzer kommt bereits informiert an. Der Fokus verschiebt sich: Es geht weniger darum, zu erklären, und mehr darum, den Nutzer direkt zur Conversion zu führen.
Der Website-Besuch könnte damit künftig vor allem eine Bestätigung sein – die Überprüfung, ob die KI wirklich den besten Arzt oder den besten Handwerker in der Nähe empfohlen hat. Umso wichtiger wird es, Expertise und Erfahrung auf der eigenen Website klar und überzeugend herauszustellen.
Suchagenten, die rund um die Uhr arbeiten
Neu sind die sogenannten Suchagenten: KI-Systeme, die nicht nur auf eine einzelne Suchanfrage reagieren, sondern dauerhaft im Hintergrund weiterarbeiten. Ein Nutzer kann der Suche sagen: „Informiere mich, sobald eine Wohnung mit meinen Kriterien verfügbar ist“ und der Agent recherchiert eigenständig weiter, bis er einen Treffer meldet. Die Suche wird damit vom einmaligen Vorgang zur dauerhaften Aufgabe.
Diese Funktion startet im Sommer 2026 in den USA und wird Deutschland voraussichtlich Ende 2026 oder im Laufe von 2027 erreichen.
Agentische Buchung: Google handelt im Auftrag des Nutzers
Noch weitreichender ist die agentische Buchungsfunktion: Die KI führt mehrere Schritte eigenständig aus – sie prüft Verfügbarkeiten, vergleicht Optionen und kann in bestimmten Branchen sogar selbst beim Unternehmen anrufen, um Termine zu klären. Google hat dafür ausdrücklich Bereiche wie Friseure, Tierpflege, Handwerker, Autoreparatur, Gartenpflege und Reinigung genannt.
Auch diese Funktion ist zunächst für die USA geplant und erreicht Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt.
Was das Google Update für Unternehmen bedeutet
Die Kaufentscheidung fällt vor dem Klick
Ein einfaches Bild verdeutlicht den Wandel: Die alte Google-Suche war wie ein Telefonbuch. Sie schlugen nach, bekamen eine Liste und arbeiteten sich selbst durch. Die neue Google-Suche funktioniert wie ein persönlicher Assistent, der recherchiert, filtert und vergleicht – und Ihnen ein fertiges Ergebnis vorlegt.
Die Konsequenz: Kaufentscheidungen fallen zunehmend noch vor dem Website-Besuch. Die KI übernimmt die Orientierungsphase. Wer nach dieser Vorauswahl noch auf Ihrer Seite landet oder bei Ihnen anruft, ist in der Regel bereits entschlossen. Das bedeutet möglicherweise weniger Gesamtbesucher, aber eine deutlich höhere Kaufbereitschaft bei denjenigen, die kommen.
Sichtbarkeit verlagert sich: von Rankings zu Empfehlungen
Klassische Suchmaschinenoptimierung, die sich allein auf vordere Platzierungen für bestimmte Keywords konzentriert, verliert an Wirkung. Wenn die KI die Antwort direkt liefert, wird der erste Linkplatz seltener angeklickt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass digitale Sichtbarkeit unwichtig wird – sie verlagert sich. Die zentrale Frage lautet künftig nicht mehr: „Erscheinen wir auf Seite 1?“, sondern: „Wird unsere Marke von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle erkannt und weiterempfohlen?“
Was Google selbst sagt: SEO bleibt das Fundament
Am 15. Mai 2026 – wenige Tage vor der I/O-Konferenz – hat Google etwas veröffentlicht, das in der öffentlichen Diskussion leider zu wenig Beachtung findet: einen offiziellen Leitfaden zur Optimierung für KI-Funktionen in der Google-Suche.
Die Kernaussage ist eindeutig: GEO (Generative Engine Optimization) und AEO (Answer Engine Optimization) sind für Google-Systeme kein eigenständiges Fachgebiet – sie sind SEO. Google schreibt wörtlich, dass für das Erscheinen in AI Overviews oder im AI Mode keine zusätzlichen Anforderungen oder speziellen Optimierungen notwendig sind. Was zählt, sind dieselben SEO-Grundlagen, die schon immer galten: technisch saubere Indexierbarkeit, klare Inhaltsstruktur, echte Expertise und eine gute Nutzererfahrung.
Was Google dabei ausdrücklich als nicht notwendig benennt: llms.txt-Dateien, Content-Chunking für KI-Parser, KI-spezifische Textumschreibungen und spezielle Structured-Data-Sätze für KI-Features. Das ist eine wichtige Klarstellung und ein Signal, das Vertrauen in bewährte Arbeit geben sollte.
AI Overviews, GEO und andere KI-Systeme: Wo die Unterschiede liegen
Diese Klarheit von Google gilt allerdings ausdrücklich nur für Googles eigene Systeme: AI Overviews und AI Mode. Und hier ist eine Unterscheidung wichtig, die in vielen Beiträgen zu diesem Thema verwischt wird.
AI Overviews sind die KI-generierten Zusammenfassungen direkt in Googles Suchergebnissen. Für sie gelten die Google-Spielregeln: gutes SEO, technische Sauberkeit, E-E-A-T. Wer in den organischen Top 10 rankt, hat laut aktuellen Studien sehr gute Chancen, auch in AI Overviews zitiert zu werden – rund 99 Prozent der dort zitierten Quellen stammen aus diesen Top-Ergebnissen.
GEO als Begriff bezieht sich hingegen auf ein breiteres Feld: Es geht darum, nicht nur in Googles eigenen KI-Systemen sichtbar zu sein, sondern auch in anderen KI-Antwortdiensten, also ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot und ähnlichen Plattformen. Und hier gelten andere Spielregeln.
Diese Systeme crawlen das Web zum Teil eigenständig, nutzen eigene Trainingsdaten und bewerten Quellen nach anderen Kriterien als Googles Algorithmus. Ein gutes Google-Ranking hilft, ist aber keine Garantie für Sichtbarkeit in diesen Systemen. Was dort besonders zählt: Markenpräsenz auf unabhängigen Plattformen, Erwähnungen in glaubwürdigen Quellen, klar strukturierte Inhalte, die auch ohne Suchmaschinenkontext verständlich sind, und eine konsistente, vertrauenswürdige Online-Identität.
Kurz gesagt: Für Googles AI-Funktionen ist gutes SEO der Schlüssel. Für die Sichtbarkeit in anderen KI-Systemen braucht es ein breiteres Verständnis von digitaler Reputation und Inhaltsqualität. Genau das ist der Kern unserer GEO-Arbeit bei baseplus®.
Das Google Unternehmensprofil: Fundament für lokale Sichtbarkeit in KI-Systemen
Für Unternehmen mit lokalem Bezug gibt es einen weiteren Faktor, den Google in seinem Leitfaden ausdrücklich hervorhebt: das Google Unternehmensprofil.
Wenn die KI eine lokale Frage beantwortet – etwa „Zahnarzt in der Nähe mit freiem Termin morgen“ oder „Heizungsbauer mit guten Bewertungen in meiner Stadt“ –, zieht sie ihre Informationen nicht primär aus gestalteten Website-Startseiten. Sie greift auf strukturierte, maschinenlesbare Daten zurück. Und die wichtigste Quelle dafür ist das Google Unternehmensprofil.
Google empfiehlt in seinem offiziellen Leitfaden explizit: Wer als lokales Unternehmen in KI-Antworten sichtbar sein möchte, sollte sein Google Unternehmensprofil vollständig und aktuell halten. Ein lückenhaftes Profil bedeutet im neuen System nicht nur eine schlechtere Platzierung. Es kann bedeuten, für die KI schlicht nicht als empfehlenswerte Option zu existieren.
Was das konkret heißt:
- Korrekte Kategorien und vollständige Leistungsbeschreibungen. Die KI muss verstehen, was Sie anbieten.
- Aktuelle Öffnungszeiten und korrekte Kontaktdaten. Gerade bei der agentischen Buchung entscheiden diese Angaben darüber, ob Sie als Option erscheinen.
- Echte, aktuelle Bewertungen. Sie sind für KI-Systeme ein zentrales Vertrauenssignal.
- Regelmäßig aktualisierte Fotos und Beiträge. Ein gepflegtes Profil signalisiert Aktivität und Verlässlichkeit.
Besonders für die anstehende agentische Buchungsfunktion ist das entscheidend: Wenn Google im Auftrag eines Kunden bei Ihnen anruft oder Verfügbarkeiten prüft, müssen die hinterlegten Daten stimmen. Wer hier unvollständige oder veraltete Angaben hat, wird schlicht übergangen. Nicht, weil er schlechter ist, sondern weil die KI mit lückenhaften Informationen nichts anfangen kann.
Das gepflegte Google Unternehmensprofil ist damit heute wichtiger als je zuvor – und in vielen Fällen das wirksamste einzelne Element Ihrer digitalen Sichtbarkeit.
Gerade für den Mittelstand ist das eine enorme Chance, sich digital klar zu positionieren und der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre lokale Sichtbarkeit zukunftssicher aufzustellen – strategisch, praxisnah und passend zu Ihrem Markt.
Vereinbaren Sie jetzt ein erstes Gespräch und sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen auch in der KI-gestützten Suche sichtbar bleibt.
Was Sie jetzt als Unternehmen konkret tun können
1. Verschaffen Sie sich ein realistisches Bild
Suchen Sie selbst einmal im AI-Mode nach Ihrer Branche und Region. Erscheint Ihr Unternehmen? In welchem Kontext? Das ist der schnellste Weg, um zu verstehen, wo Sie heute stehen.
2. Prüfen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit
Auf baseplus.de können Sie Ihre aktuelle Sichtbarkeit in KI-Systemen selbst testen. Es dauert nur wenige Sekunden und gibt Ihnen einen ersten konkreten Anhaltspunkt für Optimierungen und Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden können.
3. Stärken Sie Ihre inhaltliche Grundlage
Inhalte, die klar strukturiert sind, echte Expertise zeigen und konkrete Fragen beantworten, werden von KI-Systemen bevorzugt als Quellen herangezogen. Das ist keine technische Spielerei, sondern das, was gute Inhalte schon immer ausgemacht hat, jetzt mit stärkerem Gewicht.
4. Bauen Sie aktiv Vertrauen auf
Echte, aktuelle Bewertungen und nachvollziehbare Referenzen sind für KI-Systeme ein zentrales Signal, ob sie ein Unternehmen guten Gewissens empfehlen können. Wer hier heute investiert, sichert sich einen Vorsprung.
5. Nutzen Sie das bestehende Zeitfenster
Suchagenten und agentische Buchung sind in Deutschland noch nicht aktiv. Das ist die gute Nachricht: Es besteht ein Vorbereitungsfenster. Unternehmen, die es nutzen, werden optimal aufgestellt sein, wenn diese Funktionen hier zum Standard werden.
Unser Fazit zu den aktuellen Entwicklungen
SEO ist nicht tot. Aber digitale Sichtbarkeit bedeutet heute mehr als früher. Die Veränderungen, die Google auf der I/O 2026 angekündigt hat, sind kein kurzfristiger Trend – sie sind die absehbare Weiterentwicklung eines Systems, das bereits heute aktiv ist und die Spielregeln verändert.
Bei baseplus® beobachten wir diese Entwicklungen fortlaufend und bewerten, welche Auswirkungen sie auf Reichweite, Content-Strategien und Kundenkommunikation haben. Unser Ziel bleibt dabei unverändert: Sichtbarkeit schaffen, die langfristig Wachstum unterstützt – unabhängig davon, wie sich Plattformen oder Suchtechnologien verändern.
Noch unsicher, was die Änderungen konkret für Ihr Unternehmen bedeuten? Das ist verständlich – die Entwicklungen sind schnell und vielschichtig. Melden Sie sich gerne bei uns: Wir schauen uns Ihre aktuelle Sichtbarkeit gemeinsam an und erarbeiten einen Maßnahmenplan, der zu Ihnen passt.


