Glossar

VoIP

Das Kürzel VoIP steht für den Begriff Voice over IP und bezeichnet das Führen von Telefonaten innerhalb von Datennetzwerken, wobei statt der Telefonnummern die IP-Adressen genutzt werden. Derartige Telefonate können sowohl in lokalen Netzwerken als auch im globalen Maßstab über das Internet geführt werden.

Wann begann die Geschichte von VoIP?

Die ersten erfolgreichen Versuche, Sprache über reine Datennetze zu übertragen, fanden im Jahr 1973 statt. Damals wurde eine Übertragungsrate von 3.490 Bits pro Sekunde genutzt. Als Grundlage für die weitere Entwicklung von VoIP wurde im gleichen Jahr das Network Voice Protocol für das ARPANET geschaffen, das im Jahr 1977 im Standard RFC 741 definiert wurde. Damit entstand der Standard für VoIP sogar drei Jahre vor dem Internet Protocol, RFC 791, in welchem die IP-Adressen spezifiziert wurden.

1994 kam in Deutschland mit mtalk die erste frei nutzbare Software für VoIP auf den Markt. Sie konnte auf Rechnern mit dem Betriebssystem Linux installiert werden. 1995 wurde VoIP auch für Windows-Netzwerke möglich, wobei die Übertragung hier jedoch zu Beginn nur im Halbduplexbetrieb möglich war. Vollduplexübertragungen ließen sich ab 1996 bei Windows mit QuickTime realisieren. Das dazugehörige Real-Time Transport Protocol wurde als Standard RFC 1889 definiert.

1998 entstand der Standard H.323, der es möglich machte, VoIP auch für die Kommunikation über Rechner mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu nutzen. Der Standard H.323 arbeit mit dem Session Initiation Protocol, kurz als SIP bezeichnet, dessen Grundlagen in der Norm RFC 2543 zu finden sind. 2001 wurde in Österreich die erste Genehmigung für den Betrieb eines VoIP-Netzes an IPAustria erteilt. Der SIP-Standard als Basis von VoIP wurde in der Norm RFC 3261 im Jahr 2002 noch einmal erheblich erweitert.

Wie funktioniert VoIP?

Ähnlich wie ein klassisches Telefonat erfolgt ein Anruf via VoIP in den drei Schritten Verbindungsaufbau, Datenübertragung und Verbindungsabbau. Die Sprachsignale werden zuerst in analoge elektrische Signale umgewandelt, die danach in digitale Signale kodiert werden. Diese digitalen Signale werden in kleinen Datenpaketen übertragen. Dabei ist sogar eine komprimierte Übertragung möglich. Die am häufigsten zur Komprimierung verwendeten Standards sind G.729 Annex A sowie ITU-T G.723.1. Welche Qualität die Telefonate mit der VoIP-Technologie haben, hängt von der nutzbaren Datenrate sowie der Qualität der Mikrofone und der zur Übertragung genutzten Wege ab. Hier spielen vor allem die Faktoren Latenz und Leitungsdämpfung eine wichtige Rolle. Eine Engstelle bei VoIP ist der Upstream, der bei DSL- und ISDN-Anschlüssen deutlich niedriger als der Downstream ist. Beim Upstream sollten für Voice over IP optimalerweise Übertragungsraten ab mindestens 200 kbit pro Sekunde erreicht werden. Für die Koppelung von traditionellen Telefonnetzen mit IP-basierten Telefonnetzen werden Gateways verwendet. Sie lassen sich gleichzeitig als Vermittler für FoIP, also den Versand und Empfang von Faxen über die IP-Adresse einsetzen.

Welche Vorteile bietet VoIP?

Ein Vorteil von VoIP besteht in günstigen Kosten und der Möglichkeit, Dienste nutzen zu können, die es bei der klassischen Telefonie nicht gibt. So ist bei Voice over IP beispielsweise eine nomadische Nutzung möglich. Das wird dadurch realisiert, dass sich die Teilnehmer bei einem Host (in dem Fall auch Provider genannt) anmelden müssen. Das ist sowohl von stationären Rechnern als auch von mobilen Rechnern aus möglich. Bei der Anmeldung registriert die Software des Hosts die aktuelle IP-Adresse des Kunden und leitet eingehende Anrufe dahin weiter. Der Kunde selbst kann wiederum zum Host für ein lokales Netzwerk werden, was als Proxy bezeichnet wird. Die Aufgabe des Proxys nimmt beispielsweise bei einem DSL-Anschluss der Router wahr.

Ein weiterer und sehr entscheidender Vorteil von VoIP ist, dass eine klassische Telefonanlage in Hardwareform mehr erforderlich ist. Der Server wird zur Schnittstelle zwischen dem Internet und dem lokalen Netzwerk mit den Clients. Die Vermittlung kann eine spezialisierte Software wie zum Beispiel Asterisk übernehmen. Der Pluspunkt dieser Softwarelösungen ist, dass dort zusätzliche Informationen hinterlegt werden können. Sie umfassen wahlweise Daten zur Erreichbarkeit einzelner Teilnehmer. Bei der Nutzung von VoIP können automatische Weiterleitungen eingerichtet werden. Als Hardware kommen spezielle SIP-Telefone zum Einsatz. Alternativ kann ein virtuelles Telefon in Softwareform auf dem Rechner als Client für VoIP verwendet werden.

Welche Rolle spielt VoIP beim Aufbau einer Website?

Wer mit den Angeboten auf einer Website Erfolg haben möchte, der sollte einerseits die Aspekte der Suchmaschinenoptimierung beachten und andererseits ein barrierefreies Webdesign sowie einen guten Service bieten können. Die Nutzung von VoIP ist eine gute Chance, den Service für die Kunden zu verbessern, indem kostenfreie Anrufe bei einer Hotline als Alternative zum interaktiven Mailformular oder zum schriftlichen Chat angeboten werden. Dabei muss (theoretisch) die verwendete Rufnummer nicht einmal veröffentlicht werden, denn es gibt Tools zum Aufbau einer Verbindung per Mouseclick, die in eine Website direkt eingebunden werden können.


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