Glossar

ENUM

Hinter der Bezeichnung „E.164 Number Mapping“, oder kurz ENUM, verbirgt sich eine Anwendung im Internet, die es möglich macht, klassische Telefonnummern in internetfähige Adressen umzuwandeln. Diese Anwendung ist ein Bestandteil des Domain Name Systems, kurz auch als DNS bezeichnet. Die der Anwendung ENUM zugrunde liegenden Normen finden sich im Standard RFC 6116. Die Notwendigkeit der Entwicklung einer solchen Anwendung ergab sich aus der schnellen Verbreitung der VoIP-Technologie. Ohne ENUM würde beispielsweise das Telefonieren über einen DSL-Anschluss nicht funktionieren.

Wie funktioniert ENUM?

Das Verfahren ENUM wandelt die aus Ziffern bestehende Rufnummer eines Teilnehmers über einen speziellen Lookup zuerst in die Bezeichnung einer Domain um. So wird aus Hans Mustermann mit der Rufnummer 0123-456789 beispielsweise teilnehmer456789@hostxyz.de. Aus dieser Adresse wird danach wiederum die dazugehörige IP-Adresse ermittelt, an die während eines Anrufs über das Internet die Datenpakete übertragen werden. Die Umwandlung via ENUM ist sowohl für standortgebundene Festnetzrufnummern als auch für mobile Rufnummern möglich. Das bietet in der Praxis einen entscheidenden Vorteil, da unter einer Adresse mehrere Telefone angemeldet werden können, zwischen denen wiederum problemlos automatische Weiterleitungen möglich sind.

Woher kommt der Zusatz „E.164“ beim Verfahren ENUM?

Für die Zuordnung der via ENUM nutzbaren Internetrufnummern zu einzelnen Regionen ist die Internationale Fernmeldeunion, kurz ITA, verantwortlich. Diese Zuordnung wurde im Standard E.164 festgeschrieben. Auch regelt dieser Standard, wie eine Telefonnummer aufgebaut sein muss. Diesen Standard kombiniert ENUM mit den Richtlinien der Internet Engineering Task Force, kurz IETF, sowie mit deren Domains, die unter der Endung „.,arpa“ erreichbar sind.

Wie ist die Adressierung nach ENUM aufgebaut?

Bei der Umwandlung mit ENUM werden zuerst aus der gewählten Rufnummer sämtliche Zeichen entfernt, die nicht zur Gruppe der Ziffern gehören. Danach wird die Reihenfolge der eingetippten Ziffern umgekehrt und zwischen die einzelnen Ziffern ein Punkt gesetzt. Nach einem abschließenden Punkt wird der Suffix „e164.arpa“ angehängt. Das bedeutet, dass die nach der Umwandlung mit ENUM entstandene Rufnummer von rechts nach links zu lesen ist. Diese Umwandlung erfolgt in IP-Telefonen automatisch, ohne dass der Nutzer davon etwas mitbekommt. Werden an einem DSL-Anschluss klassische DECT-Telefone eingesetzt, ist der Router für die Umwandlung nach ENUM verantwortlich. Die Zuordnung erfolgt dann über Abfragen bei den NAPTR Resource Records, von denen die jeweils verantwortlichen Uniform Resource Identifiers angegeben werden, mit denen sich die Domain oder die einzelne Rufnummer ansprechen lassen.

Wer ist für ENUM verantwortlich?

Der zuständige Administrator für die Domain e164.arpa ist die Résearch IP Européens, kurz RIPE, die wiederum der ITU unterstellt ist. RIPE delegiert die Administration für einzelne Bereiche an Organisationen in den einzelnen Ländern weiter. Seit 2006 dürfen in Deutschland beispielsweise Mitglieder der DENIC Einträge für ENUM vornehmen. In Österreich ist dafür die Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH zuständig. Die flächendeckende Anwendung wird derzeit vor allem in Deutschland durch die Provider für VoIP behindert. Die Schnittstellen zwischen den einzelnen ENUM-Providern werden gesperrt. So erreichen die Anbieter, dass beispielsweise Auslandstelefonate trotz gebuchter Flatrates kostenpflichtig bleiben.

Welche Risiken müssen bei ENUM beachtet werden?

ENUM macht es derzeit noch möglich, die übermittelten Anruferdaten zu manipulieren. So könnte auf dem Display des Angerufenen beispielsweise die Anzeige „Privatgespräch“ anstatt der Rufnummer des Anrufers erscheinen. Auch lassen sich Anrufe via ENUM über verschiedene Server „durchschleifen“, was eine Rückverfolgung schwierig bis unmöglich macht. Fangschaltungen können bei ENUM nicht realisiert werden. Das begünstigt die Durchführung von Spam-Anrufen und die Durchführung von Telefonterror, was via ENUM aktuell sogar noch kostenlos möglich ist. Deshalb lauten die Empfehlungen der Experten darauf, ENUM-Rufnummern nicht in öffentlichen Telefonbüchern eintragen zu lassen.


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