Glossar

Bootleg

Der Begriff Bootleg leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet übersetzt so viel wie Stiefelschaft. Entstanden ist die Bezeichnung in der Zeit der Prohibition in den USA, als die Schwarzbrenner, auch Moonshiner genannt“, ihre Stiefelschäfte zum Verstecken der Schmuggelware benutzten. Von Bootleg wird heute gesprochen, wenn Raubkopien von Musiktiteln oder Filmen verteilt werden, wobei die Ursprungskopien als Mitschnitte bei Konzerten oder im Kino entstanden sind. Die Verteilung solcher illegalen Mitschnitte erfolgt in den meisten Fällen in Netzwerken, die mit BitTorrent arbeiten. Ursprünglich wurde die Bezeichnung Bootleg für illegale Pressungen von Schallplatten oder illegal gebrannte Musik- und Video-CDs sowie DVDs verwendet.

Kopien als Bootleg gibt es schon seit mehr als hundert Jahren

Die Verteilung illegaler Raubkopien entstand nicht erst im Zusammenhang mit der Entwicklung des Internets und der preisgünstigen Brenner für den Computer. Die ersten Hinweise auf Bootlegs stammen aus dem Jahr 1901. Für ihre Herstellung wurde die von Thomas Alva Edison erfundene Wachswalze genutzt. Eine erste Blütezeit beim Bootleg gab es zu Beginn der 1960er Jahre. In die Öffentlichkeit geriet das Bootleg im Zusammenhang mit der LP „Great White Wonder“, wobei vor allem die dort enthaltenen Titel von Bob Dylan die Nachfrage anheizten.

Was kennzeichnet das moderne Bootleg?

Heute ist es nicht mehr notwendig, eine Schallplatte zu pressen oder eine CD zu brennen, um an einen Bootleg zu kommen. Viele Radio- und Fernsehstationen bieten den Abruf ihrer Programme inzwischen in Echtzeit auch über das Internet an. Mit spezieller Software lassen sich diese Streams mitschneiden. So entsteht ein Bootleg auf eine sehr komfortable Weise als digitale Datei. Viele Musiker haben dieser Tatsache bereits Rechnung getragen und bieten selbst kostenlose Mitschnitte als legalen Download an. Als Initiatoren dieser Vorgehensweise gilt die 1965 im amerikanischen San Francisco gegründete Rockband „Greateful Dead“. Jon Bon Jovi zählt sich zu den Musikern, von denen das Bootleg zumindest geduldet wird. Auch die Band „Queen“ zählt sich zu den Befürwortern. Viele Musiker haben inzwischen erkannt, dass ein legal angebotener kostenloser Download eine gute Werbung für ihre Musik sein kann. Deshalb finden sich viele moderne Vertreter der Kategorie Bootleg beispielsweise auf dem Videoportal YouTube. Dort zeigt sich auch der Wandel am deutlichsten, denn diese digitalen Kopien enthalten nicht nur die Musik, sondern werden als Videomitschnitte von Konzerten angeboten.

Wie gestaltet sich die Rechtslage beim Bootleg?

Solange jemand ein Bootleg als Konzertmitschnitt ausschließlich für die eigene private Nutzung aufzeichnet, bewegt er sich derzeit (Stand April 2015) noch in einer rechtlichen Grauzone. Wird dieser Mitschnitt jedoch beispielsweise bei YouTube, Soundcloud oder auf einer eigenen Website online gestellt und anderen Usern zum Download bereitgestellt, handelt es sich um eine strafrechtlich verfolgbare Verletzung des Urheberrechts. Hier muss – je nach Umfang des entstandenen Schadens – mit Bußgeldern und sogar mit Gefängnisstrafen gerechnet werden.


Interessiert? Erfahren Sie mehr zum Thema "Bootleg" - kontaktieren Sie uns jetzt

We create for You

Unter der Überschrift „Kreation“ vereinen wir die 4 Kernkompetenzen von baseplus®: Das Design, die Entwicklung, das Online Marketing und Print, in der jeweils anmutenden Farbe. Das konsequente Color-Coding dient der optimierten Benutzerführung, die Claims kommunizieren jeden Bereich zusätzlich.

Klicken Sie hier, um zu sehen was wir meinen