Glossar

BitTorrent

BitTorrent gehört zu den im Internet angewendeten Technologien beim Filesharing, von denen die vom Server zu tragende Last beim Abrufen von Inhalten reduziert werden kann. Im Fokus stehen hier nicht die Ladezeiten „einfacher“ Websites, sondern vorrangig wird BitTorrent beim Verteilen von Videoinhalten mit hohen Auflösungen genutzt. Die Besonderheit besteht darin, dass bei der Anwendung von BitTorrent die zu ladenden Daten nicht ausschließlich vom Server bereitgestellt werden, sondern auch die Clients (in dem Fall Peers genannt) eine wichtige Rolle spielen. Damit gehört diese Technologie zu den kollaborativen Filesharing-Protokollen.

Wie und wann entstand BitTorrent?

Das Verteilungsprotokoll BitTorrent wurde im Jahr 2001 veröffentlicht. Als Urheber gilt Bram Cohen, der das Protokoll speziell für die Verbreitung der mit Bootleg gewonnen Daten entwickelte. Zu Beginn wurde die Technologie BitTorrent überwiegend zu Verteilung illegaler Kopien urheberrechtlich geschützter Inhalte verwendet. Nachdem die BitTorrent Inc. das Projekt übernommen hatte, wurde im Jahr 2007 ein Onlineshop etabliert, in dem das Filesharing-Protokoll auch für den rechtskonformen und kostenpflichtigen Download von Musik- und Videodateien angewendet wird. Einer von der ipoque GmbH im Jahr 2009 durchgeführten Studie zufolge verursachen mit der Technologie BitTorrent betriebene Netzwerke mit Abstand den meisten Datenverkehr im Internet. Damals machte er allein in Deutschland mehr als ein Drittel aus, wogegen das Übertragungsprotokoll HTTP lediglich 15 Prozent des gesamten Datenverkehrs in Deutschland für sich beanspruchte.

Wie funktioniert BitTorrent?

Ein bei allen Internetverbindungen bei Clients und Servern gleichermaßen bestehendes Problem ist, dass die nutzbaren Downloadraten immer höher sind als die Uploadraten. Mit BitTorrent kann dieses Problem behoben werden, indem derjenige, der Daten abruft, sie gleichzeitig von mehreren Stellen geschickt bekommt. Damit addieren sich theoretisch die Uploadraten verschiedener Peers mit denen des Servers und der Abrufende kann statt der begrenzten Uploadrate des Servers die komplette Downloadrate seiner eigenen Internetverbindung nutzen. In der Praxis werden diese hohen Übertragungsraten allerdings nicht immer erreicht. Grund dafür sind die hohen Zahlen der Abrufe. Außerdem sind in vielen mit BitTorrent arbeitenden Netzwerken zu wenig Clients vorhanden, die als Peers die Inhalte parallel anbieten. Auch durch eine falsch konfigurierte Firewall kann die Übertragungsgeschwindigkeit erheblich beeinträchtigt werden.

Die technische Umsetzung von BitTorrent

Das Übertragungsprotokoll BitTorrent ordnet sich in die OSI-Schicht 7 ein und nutzt das Referenzprotokoll TCP/IP. Zu Beginn erfolgte die Programmierung des Protokolls als Anwendung in der Programmiersprache Phyton. Mittlerweile stehen auch Versionen in anderen Programmiersprachen zur Verfügung. Wer sich in einem mit BotTorrent aufgesetzten Netzwerk als Peer an der Verteilung der Inhalte beteiligen möchte, muss beim Verteilerserver, auch Trackerserver genannt, als so genannter Seeder-Peer registriert sein. Die IP-Adressen der Seeder-Peers werden mit einer speziellen ID der einzelnen Inhalte verknüpft. Um diese Datenbank von BitTorrent nutzen zu können, muss der Client eine Anwendersoftware auf seinem Rechner installieren. Die Peers müssen die zum Download angebotenen Dateien kennzeichnen, was üblicherweise mithilfe einer Torrent-Datei mit der Endung .tor oder.torrent geschieht. Sie enthält neben der IP-Adresse des Anbieters auch den Dateinamen sowie eine Übersicht mit den Prüfsummen der einzelnen Segmente einer Datei.

Welche bekannten Anwender von BitTorrent gab und gibt es?

Zu den ersten Anwendern von BitTorrent in Kombination mit dem Betriebssystem Linux zählten sich Novell und Red Hat. Die zur Attachmate Group zählende Novell Incorporated gehört zu den Entwicklern von Software zur Nutzung in Netzwerken und dem Internet. Aus diesem Hause stammen beispielsweise NetWare und OpenDOS. Auch FreeBSD von Berkeley Software Distribution wird mit der Technologie BitTorrent verteilt. Viele Spielehersteller wie zum Beispiel Blizzard wenden das Übertragungsprotokoll bei der Verteilung ihrer Beta-Versionen an. Weitere bekannte Nutzer von BitTorrent sind die Plattformen Twitter und Facebook sowie Jamendo, Mininova und The Pirate Bay.

Rechtlage bei BitTorrent ist nicht ganz eindeutig

Wer legale Inhalte mit BitTorrent verteilt, ist rechtlich auf der sicheren Seite. Anders verhält es sich bei der illegalen Verteilung urheberrechtlich geschützter Inhalte. Hier gibt es aktuell noch keine allgemein verbindlichen Regelungen, ob die Betreiber der Datenbankserver oder die Seeder-Peers zur Verantwortung gezogen werden sollten. Bekannte Anbieter wie The Pirate Bay, EliteTorrents.org und Suprnova.org haben bereits Bekanntschaft mit den Strafverfolgungsbehörden gemacht. Gegen die Betreiber von The Pirate Bay wurden hohe Schadenersatzzahlungen und sogar Haftstrafen verhängt. Die Nutzer illegaler BitTorrent-Netzwerke ausfindig zu machen, ist für die Ermittlungsbehörden recht einfach, indem sie sich selbst als Seeder-Host betätigen.


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